A21-Anbindung immer noch unklar
KN vom 22.09.2015

Der Ausbau der B404 zur A21 ist ins Stocken geraten. Mooriger Boden im Bereich des Abschnitts Stolpe-Nettelsee erwies sich in diesem Jahr erneut als Schreck aller bisherigen Planungen. Hinzu kommt, dass nach wie vor ungeklärt ist, wie die vierspurige Autobahn an Kiel angebunden werden soll.

Löptin/Kiel. „Die Machbarkeitsstudie befindet sich in der Endphase der Bearbeitung. Ein Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest“, heißt es in Kiel zum Thema A21-Anbindung. Auf 1,8 Kilometern zwischen Wellseedamm und Neumeimersdorf fließt der Verkehr bereits vierspurig. Doch weiter stadteinwärts folgen schmale Brücken und eng bebautes Gebiet. Der Überflieger am Barkauer Kreuz wird gerade erst mit 1,7 Millionen Euro für die nächsten zehn Jahre wieder fit gemacht, der zweite Bauabschnitt dieses Verkehrsknotenpunktes wird weitere zwei Millionen Euro kosten.

 Doch zunächst ist der Abschnitt Stolpe-Nettelsee dran. Ein 2,5 Kilometer langes Teilstück wurde im vergangenen Dezember für den Verkehr freigegeben. Schon dort hatten Moorlinsen die Arbeiten erschwert, danach wurde es noch schlimmer. Erst Anfang 2016 soll es auf der Baustelle weitergehen. Aktuell wird die Ausschreibung für das nächste Teilstück vorbereitet – anhand der Daten, die durch Tests mit Probepfählen ermittelt wurden. Denn auf dem nächsten Abschnitt soll eine Art unterirdische Brücke die Fahrbahn tragen. Als Termin für die Fertigstellung gilt nun das Jahr 2018, die Kosten werden inzwischen auf 66,3 Millionen Euro beziffert, 15 Millionen Euro mehr als vor zwei Jahren.

 Langsamer, teurer – sowohl vor Ort als auch im Landtag musste sich die Planungsbehörde Kritik anhören. „Die Lehren werden wir nicht vergessen“, sagt Torsten Conradt, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV). Auf dem nächsten Bauabschnitt werde man den Boden in engeren Rastern untersuchen. Diese Detailarbeit sei allerdings erst dann sinnvoll, wenn die genaue Trassenführung feststehe – nach der Planfeststellung. Dieses Verfahren läuft noch.

 Neben der Autobahn selbst geht es darin auch um die „Dörferverbindungsstraße“, jenen parallel geführten Weg, auf dem sich künftig Fußgänger, Radfahrer, Mähdrescher, Busse und anderer lokaler Verkehr bewegen werden. Ein Querschnitt von 5,5 Metern sei dafür zu schmal und nach den neuen Vorschriften auch gar nicht mehr zugelassen, meint nicht nur Wulf Riethausen, Sprecher des Arbeitskreises Siedlungsentwicklung im Bürgerverein Barkauer Land. Darin sind die Anliegergemeinden organisiert. Sie haben inzwischen auch bei den Landespolitikern für eine 6,5 Meter breite Straße samt Radweg geworben und eine Fachanwältin eingeschaltet. Der Plöner Kreistag möchte den Gemeinden im Barkauer Land dafür den Rücken stärken und hat zwei Anträge dazu auf der Sitzung am 1. Oktober auf der Tagesordnung. Inzwischen hat der LBV Planungsalternativen erstellt. Durch die Verbreiterung dieser Straße würden jedoch Mehrkosten entstehen, die der Bund nicht tragen will. Möglicherweise will sich aber nun das Land beteiligen – diese Hoffnung nahm Riethausen aus jüngsten Gesprächen mit.

 Für eine ganz andere Lösung plädiert der Kreistagsabgeordnete Klaus Blöcker aus Nettelsee. „Wir haben vorher schon gesagt: Ihr sauft ab“, sagt er mit Blick auf den problematischen Moorboden. Und der sei auf den künftigen Kilometern Richtung Kiel keineswegs besser. Vor allem die immensen Kosten stoßen ihm dabei auf. „Warum zieht man nicht die Notbremse? Ein dreispuriger Ausbau würde doch reichen.“ Dann müsse man zwar neu planen: „Aber darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an.“
 

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